Willkommen bei Inselmination!

Wir sind eine Gruppe von Menschen, die am Inselspital Bern durch anonyme Samenspende gezeugt wurde.

Zu dieser Erkenntnis sind wir eher beiläufig gelangt: Unsere DNA-Tests zeigten ungewöhnlich viele Halbgeschwister. Besonders die Einzelkinder unter uns staunten nicht schlecht.

Rasch stellte sich heraus: Sowohl das Inselspital als auch unsere Familien taten ihr Bestes, um unsere Herkunft zu verschweigen und zu verschleiern: Das Inselspital mischte jeweils die Samenzellen von 3-5 anonymen Spendern, während die Eltern weder ihre Kinder noch ihr Umfeld über die Insemination informierten.

Die damaligen Akteure machten allerdings die Rechnung ohne „Kommissar Fortschritt“: Die von ihnen gezeugten Kindern sind heute dank DNA-Tests in der Lage, ihre Geschichte zu erfahren. Auch die Spender haben wenig Grund zur Freude: Die ihnen vom Inselspital damals zugesicherte Anonymität ist bedroht. Es genügt ein getesteter Verwandter des Spenders, um den Schleier zu lüften. Weil Samengemische nachgewiesenermassen über mehrere Jahre verwendet wurden, weiss selbst das Inselspital nicht, wie viele Nachkommen ein Spender hat. Hochrechnungen und historische populationsgenetische Überlegungen deuten darauf hin, dass es gut und gern 50 Kinder pro Spender sein könnten.

Was damals an der Universitätsklinik und anderen anerkannten Institutionen geschah, lässt sich nur mit etlichem Aufwand rekonstruieren. Vor 1991 gab es keine Dokumentationspflicht. Daher haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Ergebnisse unserer Recherchen im Rahmen dieser Website für andere „Insel-Kinder“ zur Verfügung zu stellen. Wir konzentrieren unsere Nachforschungen auf die Zeit vor 1981 – es finden sich allerdings auch Informationen zu späteren Jahren.

Die gesammelten Informationen dienen lediglich der Aufklärung über reproduktionstechnische Verfahren, veröffentlichte Studien sowie über die massgeblich handelnden Personen im Zusammenhang mit dem Inselspital Bern. Wir sind kein Verein und wir vertreten keine moralischen oder ethischen Standpunkte zu diesem Thema. Ebenso wenig finden sich bei uns Informationen zu Spendern oder Spenderkindern.

Falls du weiterführende Informationen in diesem Zusammenhang für uns hast, würden wir uns über eine Nachricht freuen.

Falls du auch ein Spenderkind bist, welches im Inselspital (oder in einem der damals total 5 Schweizer Inseminationszentren) gezeugt wurde, laden wir dich herzlich ein, Kontakt mit uns aufzunehmen oder einen DNA-Test bei FamilyTreeDNA oder 23andMe zu machen.

Falls dich das Thema interessiert, melde dich doch zu unserem Newsletter an! Wir werden dich nicht mit Emails überschütten. Versprochen.